Tatra 57 wurde in Kürze eines der populärsten Autos seiner Zeit. Trotz der tiefen Wirtschaftkrise wurden schon im ersten Jahr über 1000 dieser Autos verkauft. Dieser Wagen, im Volksmund "Hadimrska" (Schlängeler) genannt, war vor allem wegen seiner Zuverlässigkeit, Einfachheit der Bedienung und Unterhalts sowie seiner niedrigen Betriebskosten sehr beliebt gewesen.
Tatra 57a erschien im Jahr 1935. Er zeichnete sich durch ein völlig neues Design mit einer imposanten Frontpartie aus.
Tatra 57b folgte im Jahr 1938. Hergestellt wurde er ausschliesslich als Limousine. Für die Armee gab es unter der Bezeichnung T57 K eine offene Karosserieversion mit Stoffdach.
Die Tatras T57 und 57 b waren derart beliebt, dass sie auch in Lizenz von ausländischen Firmen hergestellt wurden.
Fotogalerie
Tatra 57
Die erste Version vom Jahr 1931 (ebenfalls die ersten Wagen des Jahres 1932) haben nur zwei Türscharniere. Die Randläufe der Kotflügel der T57-Autos gebaut im 1931 kopieren nicht die Pneukontur. Es wurde auch auf Trittbretter verzichtet, wahrscheinlich im Bestreben ein Volksauto zu bauen. Die Scheinwerfer wurden vom
T12 oder
T30 verwendet. Türzierleisten sind, wie man den Fotos entnehmen kann, verschiedener Art oder fehlen gänzlich (auch bei den ersten 1932-Produkten).
Aus der frontalen Ansicht ist erkennbar, das die Kotflügel nach dem Vorbild der Typen
T12 und
T30, stark ausgeschnitten sind. Je "jünger" das Fahrzeug ist, desto geschlossener nach unten sind die Kotflügel. Bei den ersten T57 (1931-32) fehlt der Saum an den Kotflügeln und am Kofferraum.
Im ersten Verkaufsprospekt wurde die Bohrung mit (lediglich) 65 mm, Hub 75 mm, Hubraum 990 ccm, 4 Steuer-PS und effektive Leistung mit (nur) 17 PS angegeben. Die abgebildeten Zylinder haben feinere und gröbere Rippung, Oelstutzen befindet sich am Ventilatorgehäuse. Es wurde offensichtlich nur sehr wenige Autos dieses Typs hergestellt und noch weniger haben sich erhalten.
Kabriolett 1931, besitzt keine Zierbeschläge am Stoffdach
Tatra 57 vom 1932
Ab nun schon konsolidierte Formen, man unterscheidet eine Luxus- und Standartausführung. Die Limousine und das Kabrio haben immer noch nur zwei Türbeschläge. Die Limousine kostete im 1932 26.700 Kronen, gleich wie viel das Kabrio. Luxusausführung hatte Polsterung aus braunem antikem Leder. Kabrio Standart hatte wahrscheinlich keine Verzierung des Stoffdaches, sondern etwas wie die Limousine vom 1931 (siehe Interieur).
Ende 1932 gab es bei dem T57 schon drei Türbeschläge und womöglich auch die Kotflügelumrandung.
Limousine 1932
Limousine
Die erste Version der Limousine hatte ein Stoffdach aus wasserdichtem Gewebe, das von einer Holzkonstruktion gestützt wurde. Die hintere Partie mit dem Fenster war aus Blech, die vom Stoffteil mit einer Alu-Zierleiste getrennt wurde..
Eine zweite Version des Daches gibt es bei den letzten T57 Limousinen. Das Dach ist entweder ganz aus Stoff gefertigt, oder es ist für ein Webasto-Dach vorbereitet. Es wurde dafür ein Kunstleder verwendet. Diese Dachversion wurde bei den Typen
T75,
T52 und den ersten T57 A verwendet. Mit der Dachkonstruktion änderte sich auch allmählich die Form der Frontscheibe. Das neue Dach senkte etwas den Preis - das Stoffdach musste man nicht lackieren. Auch bei den Typen
T30,
T52,
T54,
T75 wurde das Dach allmählich geändert.
T57 Halbkabrio mit einem nachträglich angeflantschten Dach. Der Umbau vom Kabrio zur Limousine war recht häufig, da trotz des dreifach isolierten Daches, ins innere zog und regnete. Ursprünglich war es ein Kabrio (Halbkabrio). Der Koffer und die hinteren Kotflügel sind original.
Ein weiteres Kabriolett mit einem nachträglichen Festdach. Hergestellt 1933, der Inhaberin war darin kalt und so liess sie 1934 das Dach anbauen.
Lieferwagen - auch station wagon genannt. Für einen Aufpreis wurde Tatra 57 mit seitlichen Fenstern und abnehmbaren Sitzen geliefert.
Tatra 57A
Diese Bezeichnung wurde erst nach dem Beginn der Herstellung des Typs T57 B eingeführt. Auf dem Fabrikationsschildchen gibt es kein "A".
Man unterscheidet einen sog. "kurzen" und einen "langen" T57 A. Die kurze Version hatte ein steiles Heck und das Reserverad wurde aufliegend befestigt. Die lange Version hatte eine flacher ausgebildetes Heck und das Reserverad wurde teilweise eingelassen. Die kurze schwarze Tatra T57 A hat einen nachträglich angebauten Kofferdeckel - ursprünglich war dort eine Glocke als eine Reserverad-Befestigung fürs nicht eingelassene Rad....
Die kurze Version wurde auch als ein Übergangstyp bezeichnet, da die Karosserie bereits neue Form hatte, das Fahrgestell ähnelte aber noch dem "reinen" T57 Typ. So z.B. hatte er ein schmales Ventilatorgehäuse und einen kleinen runden 25 Liter-Reservetank, in Gegensatz um langen A -Typ, der ein breiteres Ventilatorgehäuse und einen grösseren (35 L) Reservetank besass (wie der B-Typ).
Die Tatras T57 A und B hatten meistens Scheinwerfer der Marke JORO (Werk Novy Jicin, nach der Enteignung: AUTOPAL) mit einem Durchmesser des Deckglases vom 170 oder 200 mm. Ausnahmsweise wurden Boschscheinwerfer mit diesem Durchmesser montiert, und ab und zu sieht man einen T57, A oder B auch mit Scheinwerfern von Meteor Praha, zumeist mit einem Durchmesser von 200 mm.
T57 hatten serienmässig nur einen Scheibenwischer.
Tatras 57 A vom 1936 (1935) haben ein Lenkrad mit flacheren Speichen, eventuell haben anstatt eines Plastikdruckes für die Hupe einen kleineren Knopf, wie am Lenkrad des
T12 oder
T30 (benutzt bei den ersten "A" im 1935. Der Benzinhahn wurde nicht ins Armaturenbrett integriert. Für die Scheibenwischer diente ein ovales Bosch-Motorchen - von gleicher Firma war wahrscheinlich auch die Hupe - auch bei einer Scintilla-Elektroinstallation.
Beide abgebildete Armaturenbretter (1936 und auch 1937) haben einen Verteilerkasten (und eine Elektroinstallation von Scintilla. Man erkennt sie schnell an der ganz nahe (als Bestandteil) vom Verteilerkasten angebrachten Kontrolllampe der Batterie-Aufladung. Die Boschinstallation bedingt eine höher angebrachte Kontroll-Lampe. Der Bosch- und Pal-Verteilerkasten sind identisch. Es gibt noch mehr Unterschiede zwischen der Bosch und Scintilla-Installation. Das Elektroschema ist unterschiedlich, Regulator des Dynamos ist bei Scintila mit drei Kabeln verbunden, beim Bosch nur mit deren Zwei.
Das Armaturenbrett 1936, Elektroinstallation Scintilla
Das Armaturenbrett 1937, Elektroinstallation Scintilla
Das Armaturenbrett 1938, Elektroinstallation Bosch
Die gebräuchlichen Stossstangen vom T57A:
Es gibt zwei Versionen vom Werk. Gegen Aufpreis wurde bei T57 A und B auch hinten eine Stossstange montiert. Später wurde individuelle Montagen gängig, so z.B. vom Tudor u.a. Beide Stossstangen sind bombiert. Erste Version: gebräuchlich bei T57 A und B. Wurde offenbar nur am Gehäuse des Ventilators und an den Enden befestigt.
Zweite Version: auch bei T57 zu sehen. Diesel Typ der Stosstange ist an "Y" Trägern, am Ventilatorgehäuse und unter dem Getriebe befestigt
Geschlossene vierplätzige Karosserie, Limousine
Geschlossener vierplätziger Wagen, kurze Version, mit vorgesehener Webasto-Dach-Montage. Diese Variation hatten wahrscheinlich nur die kurzen "A".
offener vierplätziger Wagen, auch Halbkabrio genannt
Sportwagen
Diese Autos wurden mit einer festmontierten Windschutzscheibe geliefert, (wahrscheinlich gegen einen Aufpreis ) auch mit einer klappbaren Frontscheibe. Der weisse Wagen hat eine Uebergangskarosserie, Typ "Bügeleisen" (schmale Brust) und die Türschlösser wie beim Bügeleinsentyp.
Ein Leckerbissen, der wahrscheinlich durch den Umbau eines T57 A Sport entstanden ist - man hat das Stoffdach und die Türen ersetzt.
Militärfahrzeuge, für den Export nach China bestimmt. Tatra baute eine Serie von ca. 40 kleineren und grösseren Armeeautos - den "kleinen Chinesen" und "grossen Chinesen", genannt nach deren Baustandart. Die Fahrzeuge hatten zwei Reserveräder, senkrecht im hinteren Teil angebracht.
Der "grosse Chinese"
hatte zwei Reserveräder, senkrecht im hinteren Teil des Wagens angeordnet.
Der kleine Chinese
Ausgestattet mit einem oder zwei Reserverädern, an einer Plattform oberhalb des Differentials gelagert. Dieses Exemplar befindet sich im Militärmuseum in Bitov
Lieferwagen, oder auch T57 A Kombi.
Dieser unterschiedet sich vom T57 B Kombi insbesondere durch eine breite flache Leiste an den Türen und besitz kein falsches Fenster. Die Lenkung war rechts. Gegen einen Aufpreis wurde der STW T57 A auch mit Seitenfenstern und entfernbaren Sitzen geliefert
Vierplätziger Personen-Sportwagen. Im Gegensatz zum Halbkabrio, hat er an den Türen keine festen Fensterahmen. Die Türe enden etwas oberhalb der Trittbretter, wahrscheinlich aus Stabilitätsgründen der Karosserie. Sonst ist die Form vom der Limousine abgeleitet, die Fenster sind aufsteckbar.
Offener vierplätziger Polizeiwagen. Zur Sonderausstattung gehört an der rechten Türe angebrachter Benzinkanister. Höchstwahrscheinlich handelt es sich hier um ein Einzelstück - Prototyp
Tatra 57B
Die Produktion des T57 B lieb noch währen der Herstellung des T57 A an. Wagen aus dieser Zeit sind noch rechts gesteuert und die Batterie befindet sich in einem Kästchen unter der Hinterbank. Wagen aus späterer (Nachkriegs-Produktion) haben die Batterie im Motorraum, an eine Blechwand, zwischen dem Motor und dem Fahrer, (rechts, in der Fahrtrichtung gesehen).
Geschlossener vierplätziger Wagen, 1938
Armaturenbrett, Elektro-Scintilla, Scheibenwischermotor JV ( J.Vokac), Hupe gleicher Marke, bei Bosch und Scintilla Installation.
Geschlossener Wagen, vierplätzig, wahrscheinlich aus einem anderen Karosseriewerk. Scheinwerfer in die Kotflügel eingelassen und hatte Rechtslenkung.
Vierplätzige Limousine, anders als T57 A hat er eine rundlichere Maske, hinten gibt es einen aufklappbaren Stauraum (diesen Kofferraum gibt es beim T57 A nicht)
Kombi T57 B
Die ersten Wagen dieses Typs haben noch die Motorhaube vom T57 A (!), das Fahrgestell war schon "B", eine Zierleiste ist in die Türe eingelassen und spitzt sich in der Fahrtsichtung zu. Ein falsches Lüftungsfenster ist nicht funktionell. Das Auto ist bereits linksgesteuert (im Gegensatz zum Kombi
T75 A).
Tatra 57 B, karossiert vom Sodomka. Nach dem 2. Weltkrieg bekam Hr. Riha (ein Karossier bei der Firma Sodomka) ein Fahrgestell des T57. Seine Karosserie begann er zu hause zu bauen, danach wurde er eingeladen die Arbeit im Werk fort zu setzten. Auch das Fahrgestell wurde aus mehreren Versionen zusammengebaut. Es handelt sich streng genommen um kein "B". Das Auto wurde angeblich "kleine Amerikanerin" genannt, das es durch seine Frontpartie und jede Menge Chrom an die amerikanischen Autos der 40er Jahre erinnerte.
Eine Besonderheit stellt das Kabriolett T57 B dar. Abgeleitet ist es von der klassischen Limousine. Die Fensterpfosten sind zusammenlegbar. Angeblich wurden 5 Stück gebaut.
Als eine grosse Rarität wird das Kabriolett T57 B vom Uhlik bezeichnet.
T57 B mit alternativem Brennstoff - Holzgas
Tatra 57k