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Kocka  Wagen Beschreibungen


Tatra 77
1933-1938
hergestellt: 101 St. T77, 154 St. T77a
Die Entwicklung des Tatra 77 wurde bis zu letzt geheim gehalten. Der Tatra wurde in Prag, am 5. März 1934 den Journalisten und Vertretern aus der Industrie vorgestellt und er wurde zu einer Sensation. Die Fahreigenschaften wurden an der Karlovarska-Strasse bei Prag demonstriert. Die anwesenden Journalisten publizierten später in der Presse, dass der Wagen eine Geschwindigkeit von 145 KMH leicht erreichte und dann auch hielt, ausgezeichnetes Handling auswies, gute Kurvenstabilität zeigte und die Fahrt mit über 100 KMH als sehr angenehm empfunden wurde. Im Herbst wurde die Luxuslimousine T77 am Pariser Autosalon gezeigt und auch dort stand sie im Zentrum des Interesses der Besucher. Tatra 77 setzte sich nicht nur optisch von der übrigen Autoproduktion, sondern verfügte auch über eine ungewöhnliche Leistung. Herren Direktoren anderer Autofabriken und auch die Techniker von Rolls-Royce liessen sich das Auto auf der Strasse vorführen - sie wollten es nicht wahr haben, das zum Erreichen einer Geschwindigkeit von 140 KMH lediglich ein Motor mit 45 kW Leistung genügte, wenn sonst zu der Zeit dazu über 100 PS nötig waren. Somit galten die Vorteile der Stromlinienkarosserie - ein Werk des genialen Konstrukteurs Ing. Überlacker - als erwiesen. Ein amerikanischer Regisseur war angeblich von den gezeigten Tatras derart angetan, dass er gleich mehrere Exemplare für die Ausserirdischen in seinem Film bestellt haben soll.
Es gab mehrere Gründe, die zur Entwicklung eines gänzlich neuen Konzepts der Konstruktion von Personenwagen führte: vor allem galt es den Fahrtwiederstand zu senken, insbesondere den Luftwiederstand (wächst im Quadrat der Geschwindigkeit) der nach leistungsstarken Motoren rief. Die geforderte kleine Angriffsfläche schränkte die Wagenhöhe ein und verlangte auch nach einem glatten Wagenboden. Der Motor wurde aus diesen Gründen zur Hinterachse versetzt und so fiel der Mitteltunnel für das zentrale Tragrohr und die Auspuffleitung weg. So kam es auch zu Gewichtseinsparungen.
Ein speziell vorbereiteter Tatra 77 nahm 1934 am "1000 Meilen CSR" Rennen Teil, hauptsächlich um die Richtigkeit des Wagenkonzepts unter Beweis zu stellen.
Tatra 77 wurde mit kleineren Veränderungen bis 1935 gebaut - bis er unter der Typenbezeichnung T77a grössere Verbesserungen erfuhr: Erhöhung der Motorleistung, Verringerung des Luftwiederstandes und verbesserung der Fahreigenschaften.
Motor
Das Kurbelwellengehäuse - gegossen aus Elektron
BezeichnungTatra 77Tatra 77a
TypViertakt Ottomotor
Kühlungvzduchem
Zylinderzahl8 V 90o
Bohrung x Hub75 x 84 mm80 x 84 mm
Hubraum2969 cm33378 cm3
ZündungAkkumulatorzündung 12 V, Bosch
Zündfolge1-2-7-8-6-3-5-4
SteuerungOHC
Kompression5.3:16:1
VergaserZenith 36 DV1-Doppelvergaser
Leistung44.1 kW bei 3500 Umdrehungen /Min.51.4-55.2 kW bei 3500 Umdrehungen /Min.
SchmierungDruckumlaufschmierung
Anlasserelektrisch, 12 V
VerbrauchBenzin: 14-16 l / 100 km, Öl: 0.3-0.4 l / 100 km
Oelfüllung7 l
Fahrgestell
Selbstragende Karosserie mit einem Zentralträger, der auch der Durchführung für die Brems - und Kupplungsleitung, sowie des Schaltgestänges diente. Der Träger ist mit der Karosserie verschweisst und im Heck verzweigt er sich für die Motoraufnahme (siehe Fotogalerie).
TypTatra 77 - Prototypenserienmäßige Tatra 77 und Tatra 77a
VorderachseUnabhängige Radaufhängung mittels Trapezträgern, gefedert mittels quermontierter halbelliptischer Blattfedern.
Hinterachsebesteht aus zwei unabhängigen Pendelhalbachsen, gefedert mittels quermontierter halbelliptischer Blattfedern.
RäderStahlfelgen mit Radkappen, 18"
Reifen16 x 4518 x 45
AntriebHinterachse
Lenkungss
BremsenFahrbremse: hydraulische, wirkt auf die Trommel aller Räder
Feststellbremse: mechanisch, wirkt auf die Trommel der Hinterräder, Lockheed
Spurbreite vorn1300 mm
Spurbreite hinten1300 mm
Achsabstand3150 mm3250 mm
Bodenfreiheit220 mm
permanenter Antrieb1:3.75
Getriebe
Getriebe4+1, 3. und 4. Gang synchronisiert
Übersetzungs Verhältnisse1:4.14, 1:2.7, 1:1.58, 1:1, R ?
Kupplungmechanische Einscheiben Trockenkupplung, Komet Mecano
Karosserie
Eine Luxuslimousine für sechs Personen. Vorne ist die Batterie und ein Ersatzrad untergebracht. Die Türklinken sind in der Karosserie eingelassen. Die vorderen Kotflügel sind durch eine Stossstange geschützt, die Scheinwerfer sind in den abgerundeten Bug eingelassen. Die Heckpartie ist bis auf die Höhe des Bodens Abfallend gestaltet und ist durch eine Mittelflosse zweigeteilt - sie ist vom Modell zu Modell verschieden gross und soll im Heck die Auswirkung vom Seitenwind, gegenüber der leichten Wagenfront zu kompensieren dienen.
TypTatra 77Tatra 77a
elektrische Anlage12 V
Bereitschaftsgewicht1700 kg1800 kg
Höchstgeschwindigkeit145 km.h-1150 km.h-1
Fotogalerie
Die Typisierung vom Tatra 77* kann grundsätzlich in drei Gruppen aufteilen:
  • Prototypen T77
  • Serienwagen T77
  • Serienwagen T77a

Prototypen Tatra 77
Auf Grund historischer Fotografien kann man ca. 6 verschiedene Ausführungen identifizieren, die sich in Details unterscheiden:
  • Ausführung der Frontscheibe
  • Form der vorderen, hinteren Kotflügel und der hinteren Gesamtpartie
  • Platzierung der Scheinwerfer - ganz eingelassene, teilweise eingelassene und aufgesetzte Reflektorengehäuse (analog der Serienausführung)
  • Form der seitlichen Lufteinlässe, die meisten Prototypen wiesen nur einen Rippenblech auf
  • wie die Türe angeschlagen wurde - mit einem Mittelpfosten, wie bei den Serienmodellen oder mit Aussenbeschlägen und einem verdeckten Mittelpfosten
Diese Prototypen haben interessanterweise eine niedrigere Gesammthöhe und kleineren Achsenabstand.
Die Prototypen wurden MÖGLICHERWEISE in dieser Reihenfolge gebaut:
1. Tatra 77-Prototyp mit einer zugespitzten, zweiteiligen Frontscheibe (1933)

2. Prototyp-Tatra 77, wie die Berliner Ausführung, aber mit einer flachen Frontscheibe, linksgesteuert, Scheinwerfer und Türscharniere wie 1

3. Prototyp-Tatra 77 wurde für eine Ausstellung in Berlin mit einem Mittellenkgrad (!), Scheinwerfer und Türe aussen angeschlagen gebaut.

4. Prototyp-Tatra 77 eingelassene Scheinwerfer, zweifarbige Lackierung, seitliche Lüftungsrippen wie 1. 2. und 3. Prototyp, Türen wie 3.

5. Prototyp-Tatra 77 mit eingelassenen Scheinwerfern (Vorlage des virtuellen Modells), fast identisch mit dem Prototyp 4, zusätzlich hat er Luftfangspoiler, (möglicherweise über dem Rippenblech angebracht) und einen (ev. nur ausgeschwenkten) Luftfänger oberhalb der Motorhaube. Auf der Hauptseite des https://www.tatra.demon.nl/ gibt es eine Abbildung eines ähnlichen T77 in weiss.

6. Prototyp-Tatra 77, hell, zweifarben, die Aufnahme stammt höchstwahrscheinlich vom Rennen "1000 Meilen CSR", eine fast serienmässige Ausführung, sonst wie 5.

Tatra 77-Serienausführung (1933-1934)
ist äusserlich mit dem Typ 77a identisch, bis auf folgende Unterschiede:
  • die hinteren Kotflügen sind mit der Karosserie bündig
  • Er hat einen Mittelpfosten, die Türen haben unsichtbare Scharniere, wie beim Prototyp 1
  • besitzt keine seitlichen Lufteinlässe, ob Spoiler oder Rippenblech, sondern die Kühlluft wird durch taschenähnliche Versetzung der Karosserie und der Motorhaube, links und rechts der Heckflosse, ähnlich wie beim T600, dem Motor zugeführt
  • Dreiteilige Frontscheibe (wie bei T87)
  • Grössere Heckflosse an der Motorhaube
  • andere Kontur des hinteren Türrahmens - bogenförmig
  • die Fenster der hinteren Türen hatten zuerst eine Glassscheibe, später wurde sie durch einen Hilfspfosten entzweigeteilt

Tatra 77 a (1935-1938)
Historische Aufnahnahmen. Ein besonders interessantes Exemplar ist T77 a zweitürig, gehörte früher Herrn Erich Überlacker.
T77 und T77a unterscheiden sich in der Motorisierung. Die Anzahl der Scheinwerfer ist nicht ausschlaggebend. Die Diskussion am Tatraportal-Forum ergab, dass zwei Scheinwerfer haben durchwegs T77 und drei Lichter T77a. Tatra 77a hat das hintere Fenster im Normalfall unter der Motorhaube versteckt. T77 hat ein vertikales Heckfenster. Als Abhilfe der Motorüberhitzung beim T77 wurden am T77a die Luftfänger auf dem Dach verbreitet, was zur Abänderung des Hinterfensters zu folge hatte. T77a hat somit zwei kleine Fenster die durch die Heckflosse geteilt werden.

Erhaltene Exemplare:
Aufnahme eines blauen T77a und des T77a-Fahrgestells stammen aus dem Technischen Museums Tatra Koprivnice Der blaue T77a ist wegen der zusätzlichen seitlichen Lufttaschen, so wie sie später der T87 hatte, bemerkenswert Der silberne T77a befindet sich im Technischen Nationalmuseum in Prag.
Modell
Für die Interessenten wurde ein T77a (1936) bereitgestellt. Das Modell ist im Format VMRL97, der sich somit auch für den Auftritt am Web eignet. Tatra befindet sich auch in der grossen Aussenszene, woher auch die folgenden screenshots herstammen.
Zum virtuellen Spaziergang sind folgende Szenen vorbereitet:
model T77at77a
screensaverscreensaver T77a
virtueles Gartenscene T77a
Zur Verfügung steht ebenfalls eine endgültige Version des Prototyps (höher bezeichnet als 5) ein "reiner Siebner" (1934?) bereit. Das Modell sollte den Autos auf Abbildungen t77_01, t77_03, t77_10 entprechen.
Zum virtuellen Spaziergang sind folgende Szenen vorbereitet:
model T77t77
screensaverscreensaver T77
virtueles Gartenscene T77
Zum Vergleich beider Versionen, T77 und T77a, ist eine virtuelle Spezialszene vorbereitet worden. Bemerken Sie bitte, dass T77 wesentlich kleiner als T77a wirkt. Diese Täuschung entstammt der kleineren Höhe (1420 gegenüber 1600mm beim T77 a) und ebenfalls der Platzierung der Scheinwerfer. Beide Autos sind gleich breit. Siehe nachfolgende screenshots.